Quelleneditionen – Formen und Funktionen im aktuellen Wandel der Geschichtswissenschaft

vendredi, 5. février
10:30 à 13:00 heures
Salle 118

Zwei Umfragen der Abt. Grundlagenerschliessung der SGG in den Jahren 2004 und 2006/07 dokumentieren die Breite und Vielfalt der Edition von Quellen in der schweizerischen Geschichtswissenschaft. Eine Schlussfolgerung aus diesen Umfragen ist der Bedarf, über den Stellenwert von Quelleneditionen in den historischen Wissenschaften zu diskutieren. Diese gelten, zumal unter dem Druck der Kosten für lang dauernde Projekte, manchen als unmodern und weniger förderungswürdig. In einer vom "Konstruktivismus" theoretisch geprägten Forschungslandschaft erfährt der "authentische" Text eine Relativierung. Vor allem aber verändern die neuen technischen und medialen Möglichkeiten der Digitalisierung die Art, den Umfang und die Formen der Erschliessungs- und Editionstätigkeit. Das Engagement in den einschlägigen Debatten zeigt aber auch, wie stark in der scientific community die Sensibilität für die Erschliessung und Edition von Quellen als Element der Grundlagenforschung ist und wie hoch ihre Bedeutung als Dienstleistung für Forschung, Lehre und öffentliche Wirkung der historischen Wissenschaften eingeschätzt wird.

Diese Überlegungen bilden den Ausgangspunkt für das Panel. Es soll am Beispiel konkreter Editionsprojekte folgende Leitfragen diskutieren:

1. Was leisten Editionen für die Entwicklung der professionellen Identität der Geschichtswissenschaft?

2. Wie gestaltet sich das Verhältnis zwischen Edition und Forschung? Wie verändert es sich durch die Digitalisierung?

3. Welche Standards sind für – welche? – Editionen notwendig und sinnvoll?

4. Wie können Editionen die öffentliche Wirkung der Geschichtswissenschaft fördern?

Welche technischen, medialen Anforderungen folgen daraus für eine moderne Editionspraxis?

Responsabilité

Conférenciers/ières

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