Konzeptionelle Grenzen zwischen Archiv und Geschichte: Bewertung, Forschung und Nutzung

Freitag, 5. Februar
14:30 bis 17:00 Uhr
Raum 118

Ein Archiv definiert – in Anlehnung an Michel Foucault – Grenzen oder Rahmen möglicher historischer Aussagen. Es ist das, was bewirkt, dass Gesagtes, Geschriebenes, Geschehenes (kurz: Diskurse und Praktiken) sich nicht unendlich, in einer amorphen Vielzahl, anhäuft, aber auch nicht durch zufällige äussere Umstände verschwindet. Zwischen Tradition und Vergessen definiert ein Archiv die Regeln einer Praxis, welche historische "Aussagen" respektive "Informationen" fortbestehen und modifizieren lässt. Archive aber sind auch Archivarinnen und Archivare mit einem professionellen Wissen und Können.

Zwischen dem Archiv (gemäss Foucault) und den Archiven in der Praxis besteht ein konkreter Zusammenhang. Hier ist der Ort, wo die Produktionsbedingungen von Geschichte zu diskutieren sind. Es ist angesichts sich verändernder Rahmenbedingungen im Übergang zur Informationsgesellschaft unabdingbar, dass Archiv- und Geschichtswissenschaft sich über die Begrenzungen und Inhalte ihrer je eigenen Diskurs- und Praxisfelder versichern sowie sich darüber austauschen. Es braucht im Spannungsfeld zwischen Archiv und Geschichte auf beiden Seiten Vorkehrungen, um auch inskünftig den Rohstoff für die historische Forschung, Lehre und Nutzung überliefern und auswerten zu können.

Das Panel des BAR beinhaltet zwei Referate sowie eine Podiumsdiskussion (mit vorgängigen thesenartigen Inputs) mit dem Ziel, unterschiedliche Ansprüche der Archiv- und Geschichtswissenschaft an die Überlieferung herauszuarbeiten, das Verständnis für die Verdichtungsaufgabe des Archivs zu steigern, epistemologische Kriterien der Geschichtswissenschaft im Umgang mit Quellen zu erörtern, sowie die Einsicht dafür zu fördern, dass beide Seiten mit den Grenzen des Machbaren auch hinsichtlich der Nutzungsansprüche von Dritten (Medien etc.) umgehen müssen.

Verantwortung

Diskussion/Kommentar

ReferentInnen

Referate