Interzones – Orte jenseits von Grenzen?

Freitag, 5. Februar
14:30 bis 17:00 Uhr
Raum 210

Das Konzept der "Interzones" (Kevin J. Mumford) verweist auf territorial markierbare Räume, die in besonderem Maße Zonen der Überschreitung sozialer, kultureller und biologisch gedachter Grenzen sind. Diese Räume zeichnen sich durch intensive Austauschbeziehungen zwischen unterschiedlichen Menschen und sozialen Gruppen aus, und sie sind Ort vielfältiger Grenzüberschreitung wie der hohen diskursiven Verdichtung gleichermaßen.

Anhand von Fallstudien, die jeweils einen konkreten Ort in den Blick nehmen, möchte das Panel die Tragfähigkeit des Konzepts der Interzone erproben. Der Schwerpunkt liegt dabei auf solchen geographischen und kulturellen Orten, die als Durchgangs- und Kontaktzone

(trans-)migrantischer Bewegungen fungieren. In Häfen wie Port-au-Prince, Hamburg oder Rotterdam und an den Grenzübergängen zwischen Mexiko und den USA, aber auch im ausländischen Restaurant in Deutschland ereignen sich Bewegungen und Begegnungen, die auf je spezifische Weise nicht nur die Grenzen der Nation, sondern auch der sozialen Schicht, der Ethnizität oder der Sexualität überschreiten (können). In diesen Interzones werden Strukturkategorien – wie "race" oder Ethnizität, gender oder Sexualität – auf je spezifische Weise artikuliert, praktiziert und neu ausgehandelt. Diesem Ineinandergreifen von topografisch bestimmten Orten und gesellschaftlichen Grenzziehungen will das Panel nachgehen und dabei insbesondere auch die (problematische) Verräumlichung sozialer und kultureller Zuschreibungen in den Blick nehmen.

Die Papers werden das Konzept der Interzone auch in Bezug zu anderen Konzeptualisierungen wie etwa Foucaults Ausführungen zu "Anderen Räumen" (Heterotopien) und Homi Bhabhas Konzept des "Dritten Raums" diskutieren.

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