Grenzen des Glaubens. Religion und Grenzen in der Frühen Neuzeit

Samstag, 6. Februar
10:30 bis 13:00 Uhr
Raum 107

Im hier vorzustellenden Panel soll es um Grenzen und Religion gehen. Dabei wird Grenze nicht nur als räumliche Konstruktion begriffen, sondern auch als Produkt der Vorstellung, durch Fremd- oder Selbstzuschreibung gebildet und immer wieder wandelbar. Im frühneuzeitlichen Europa - und besonders in der Alten Eidgenossenschaft - gab es seit der Reformation ein Nebeneinander und Ineinander von verschiedenen Konfessionen. Altgläubige und die sich formierenden Protestanten sahen sich sowohl im Innern wie auch an der Peripherie ihrer Gebiete mit Personen konfrontiert, die sie nach offiziöser Sprachregelung als schlimme Häretiker oder als abergläubische Kannibalen anzusehen hatten. Aber nicht nur die Grabenkämpfe innerhalb des Christentums prägten das Leben der Menschen in der Frühen Neuzeit, sondern auch der Umgang mit nichtchristlichen Religionen, wie etwa reale oder literarische Begegnungen mit Juden und Türken. Verschiedene Konfessionen und Religionen lebten also teilweise nahe zusammen, rieben sich aneinander, und konstruierten sowohl territoriale als auch mentale Grenzen, die ausgelotet und verhandelt werden mussten. Doch wie wurden diese Grenzen konstruiert? Waren sie starr oder durchlässig? Wie formierten sich die Grenzen innerhalb der Religionen und wie gegen aussen? Wie lebten die Menschen entlang den Grenzen zusammen, welche Grenz-Erfahrungen machten sie und wie wurde der Verlauf der Grenzen verhandelt? Wie wurde mit Grenzverletzungen umgegangen? Nicht zuletzt gilt es auszuloten, welche Bedeutungen die Grenzen im gesellschaftlichen und politischen Leben hatten und wie stark das Individuum die offiziellen Grenzverläufe nachvollzog oder ignorierte. Im vorliegenden Panel werden verschiedene Grenzgänger und Grenzgängerinnen vorgestellt, die Demarkationen des Glaubens auskundschafteten und gelegentlich auch physisch und/oder intellektuell überschritten.

Verantwortung

Moderation

Diskussion/Kommentar

ReferentInnen

Referate