Reproduktion und Überschreitung von sozialen Grenzen im Sport

Freitag, 5. Februar
10:30 bis 13:00 Uhr
Raum 212

Seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert hat der Sport (im britischen Sinne des organisierten Wettkampfsports) seinen Siegeszug als Massenphänomen moderner Gesellschaften angetreten. Im Zuge dieser Entwicklung haben sich weltweit gültige, von nationalen Rechtssystemen unabhängige Regelwerke und internationale Verbände zu deren Kontrolle herausgebildet. Sportliche Grossveranstaltungen haben ökonomische Folgen über nationale Grenzen hinaus und stehen als Medienereignisse heute im Fokus einer weltumspannenden Öffentlichkeit. Indem der Sport einen globalen Kommunikationsraum konstituiert, eignet er sich als Projektionsfläche für politische Botschaften ebenso wie als Vehikel zum Transport von kulturellen Wertvorstellungen und zur Ausübung von "soft power". In diesem Sinne bildet der Sport ein ideales, noch nicht ausgeschrittenes Anwendungsfeld für den Ansatz einer "transnationalen Geschichte".

Im Sport werden Konzepte von Modernität und Leistungsfähigkeit, Körperideale, ästhetische Normen, Geschlechterrollen und Vorstellungen von Erotik sowie gesellschaftliche Hierarchien reproduziert, verhandelt und in Frage gestellt. So war für den Sport von Frauen, ethnischen Minderheiten und Menschen mit Behinderung stets ein komplexes Wechselspiel von Inklusion und Exklusion festzustellen. Bietet der Sport Angehörigen dieser Gruppen durchaus ein emanzipatorisches Potential und die Möglichkeit, soziale Grenzen zu überschreiten, so bildet er gleichzeitig doch stets ein Feld der Inszenierung von Grenzziehungen und gesellschaftlichen Hierarchien.

Das vorgeschlagene Panel untersucht diese Fragestellung am Beispiel des Teilnehmer- (gedopte Körper, behindernde und behinderte Körper, intersexuelle und transsexuelle Körper von AthletInnen) des Zuschauer- und des Mediensports (Tätowierungen von Fans, Grenzüberschreitungen in den Sportmedien)

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