Die Grenzen des Zumutbaren. Leidensbereitschaft und Gegenwehr der Zivilbevölkerung in militärisch besetzten Gebieten (Schweiz 1792-1815) / Les limites du supportable. La population civile en territoires occupés entre souffrance et résistance (Suisse 1792-1815)

Samstag, 6. Februar
15:00 bis 17:30 Uhr
Raum 103

Die flächendeckende Besetzung der Eidgenossenschaft durch fremde, vornehmlich französische, aber in einigen Gegenden und Phasen auch österreichische und russische Truppen 1798-1803/13 bescherte den Schweizerinnen und Schweizern erstmals die Erfahrung der Fremdherrschaft, die andere Regionen (Mittel)europas oft hatten machen müssen. Wie sich diese Okkupation im konkreten Alltag auswirkte, thematisiert dieses Panel anhand von Fallbeispielen. Da die fremden Truppen mehrheitlich von privaten Haushalten beherbergt und verköstigt werden mussten, ergaben sich zahlreiche Kontaktsituationen und ein breites Spektrum an alltäglichen Begegnungen. Der Focus richtet sich auf jene Grenzen, an denen das Zumutbare ins Unzumutbare umschlug und sich leidvolles Dulden in aktiven Gegenreaktion verwandelte. Wo lagen diese Grenzen? Und wie wurden sie artikuliert? Am eigenen Beispiel oder in der Beobachterpose? Sofort oder im Nachhinein, öffentlich oder privat, individuell oder kollektiv? Die Beiträge untersuchen die je nach Konstellation des Falles und nach Zusammensetzung der Akteure sehr divergierenden Erfahrungen der Zivilbevölkerung mit fremden Soldaten und Offizieren, aber auch mit der helvetischen Bürokratie, die versuchte, die Einquartierungen und Requisitionen zu administrieren. Thematisiert werden nicht nur die Grenzen der körperlichen Belastbarkeit. Es geht auch um jene geistigen, materiellen wie ideellen Belastungen, die als Zumutungen erfahren wurden, sei es von den Zeitgenossinnen und -genossen selbst, sei es in der Memorialkultur und in der Historiographie.

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