Imaginäre und reale Grenzen der Stadt in der Moderne / Villes et Frontières (in-)visibles (1800-ca.1900)

Freitag, 5. Februar
10:30 bis 13:00 Uhr
Raum 117

Das Panel greift Ideen eines Kooperationsprojektes zwischen den Universitäten Basel und Strassburg rund um das Thema "villes invisibles" auf und fragt nach verschiedenen Dimensionen von Grenzziehungen (auch: Grenzlage) in (mittel-)europäischen Städten der Moderne. Ausgehend etwa von Überlegungen Bourdieus zur Stadt als "sozialem Raum" sollen hier soziale wie politische (nationale!) Grenzziehungen in ihren Ursachen und Konsequenzen nachgezeichnet werden. Dabei soll Grenzziehung als sowohl konkreter wie symbolischer Vorgang verstanden werden. Der Zeitraum zwischen ca. 1850 und 1920 entspricht dabei auch der Phase in der europäischen Geschichte, in der sich die politischen Grenzen verdichten, Sprachgrenzen zu politischen werden und sich mit sozialen und geschlechtlichen Grenzziehungen neu verbinden. Gerade im Grenzgebiet zwischen Frankreich, Deutschland und der Schweiz sind solche Prozesse besonders deutlich (und sind häufig auch gewaltförmig vorangetrieben worden). Hier ist deshalb von besonderem Interesse zu klären, wie diese gewaltförmigen Grenzziehungen sich im Alltag niedergeschlagen haben und wie die sichtbaren, institutionell verankerten "offiziellen" Grenzen in symbolische Formen überführt oder von solchen ggf. auch konterkariert wurden – insbesondere dann, wenn politische Grenzen häufiger revidiert wurden, wie dies im Elsass und in Teilen der Nordschweiz der Fall war.

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