Die Grenze im Argument – Natur und Archäologie

Die wissenschaftliche Alte Welt Europas ist uns als eine geteilte bekannt: generell ist ihr Denken aus den Schriftquellen (Philologien, Philosophie, Alte Geschichte etwa), ihre Lebens- und Kunstwelt aus den Materialquellen (geistes- und naturwissenschaftliche Archäologien, Kunstgeschichte u.a.) erschlossen. Diese weltbildschaffenden, fundamentalen Grenzziehungen in u.a historische und archäologische Disziplinen konkretisieren sich innerhalb der sachwissenschaftlichen Forschung mit verschiedenen Konzepten/Vorstellungen von "Natur". Im Resultat der Verwissenschaftlichung archäologischer Beschäftigung in der Methodologie fällt "Natur" vornehmlich durch ihre Absenz auf. Warum? Anhand der Wechselwirkung zwischen archäologischer Methode und Naturvorstellung um 1800 zeige ich, wie die Archäologie dem Erdboden, der als natürlich angesehen wird, in dem Gefäße gleich Pflanzen wachsen, schichtweise die Kulturen des Altertums entlockt. Es gilt nachzuzeichnen, wie und wieso sich "Natur" der antiken Gegenwart, deren Spuren im Boden gespeichert sind, den Methoden zur Erschließung der antiken Vergangenheit verweigerte. Abschließend soll die damit einhergegangene Etablierung wissenschaftlicher Wertekultur der/als Archäologie diskutiert werden.

ReferentIn(en)