Vom vormodernen Klanganimismus zur elektroakustischen Animation. Zum Problem der zeitlichen und räumlichen Grenzziehung zwischen ost- und westeuropäischen Klanglandschaften, 1920-1939

Der Vortrag befasst sich mit dem Problem der Grenzziehung zwischen historischen Klanglandschaften Ost- und Westen Europas. Anhand der Analyse von öffentlichen Klangmedien, wie Kirchenglocken, Fabriksirenen und Kirchturmuhren sollen lokale Medienräume in Russland und Deutschland zwischen 1920 und1939 in ihrer Genese untersucht werden. Es soll dabei gezeigt werden, wie einerseits herkömmliche Klanglandschaften durch die elektroakustischen Medien neu gestaltet werden und wie andererseits sich lokale (soziale, mythisch-religiöse) Semantiken des Klanges in die Konstitution elektroakustischer Klanglandschaften einschreiben. Hierbei ist zu klären, wie a) animistische (z.B. im Hinblick die Behandlung von bestimmten Klangquellen als Lebewesen), b) kanalpuristische (z.B. im Hinblick auf die Konkurrenz zwischen Stimme und Musikinstrument bei religiöser Andacht) oder c) lautimperialistische (z.B. im Hinblick auf den Machtbezug von bestimmten Appellsignalen) Deutungen des Klanges die Grenzen akustischer Gemeinschaften auf eine jeweils unterschiedliche Art und Weise definieren.

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