Der Stadtstaat Zürich als eigenständige Republik, als Teil der Eidgenossenschaft und als Teil der reformierten "Umma"

Der Stadtstaat Zürich war im 17. Jahrhundert politisch im europäischen Kontext zwar eine quantité negligeable, doch intellektuell und spirituell handelte es sich um eine eigentliche Grossmacht, die nach wie vor europaweit ausstrahlte (wenn auch nicht mehr derart weitläufig und bedeutend wie in den Tagen Bullingers). Um herauszufinden, was Zürich ausmachte, werden die Grenzen Zürichs und Grenz-Erfahrungen von verschiedenen Personen aus Zürich untersucht. Dabei wird gefragt, wo der Raum Zürich beginnt bzw. aufhört. Eine besondere Rolle spielen die beiden Bünde, denen Zürich sich verpflichtet fühlt: der Bund Gottes mit seinem Volk einerseits und die Eidgenossenschaft andererseits. Wie weit geht die Loyalität gegenüber diesen Bündnissen? Wo geraten sie miteinander in Konflikt? Wie wird innerhalb eines Bündnisses das spezifisch "Zürcherische" bewahrt? Wie gehen die Zürcher mit der Spannung zwischen autochthoner Vaterlandsliebe und "internationalem" Reformiertentum um? Anhand von Selbstzeugnissen, Reiseberichten, Briefwechseln und obrigkeitlichen Verlautbarungen werden verschiedene Zürcher Stellungnahmen diskutiert.

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