Grenzkörper. Dopingkörper im globalisierten Leistungs- und Hochleistungssport

Doping ist trotz der leistungsportlichen Prämisse des "Höher, Schneller und Weiter" verboten. Noch immer werden gedopte Körper oder gar Todesfälle im (Doping-)Sport tabuisiert und marginalisiert. Das Sportethos von Ehrlichkeit, Gleichheit und Natürlichkeit wird durch Dopingkontrollen mit wirksamen In- und Exklusionsmechanismen aufrecht zu erhalten versucht. Im Zentrum des Beitrages steht die Frage, welche Körper die Gesellschaft und das gesellschaftliche Teilsystem Sport hervorbringt und wie die Marginalisierungen zur Normalisierung (Foucault) führt. Übernimmt die Gesellschaft Verantwortung für Dopingtote? Oder ist der gedopte Körper ein "homo sacer", den Giorgio Agamben als das nackte Leben, die (Un-)rechtsfigur, die in fast allen Gesellschaften jenseits menschlicher Gesittung existierte und im Mittelalter als vogelfrei erklärt wurde, beschreibt? Agamben sieht es als einen wesentlichen Charakter der modernen Biopolitik an, dass immer wieder die Grenzen zwischen dem was drinnen und dem was draußen ist neu gezogen werden und tödliche Ausschließungen und Auswirkungen hervorbringen.

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