Grenzen der Gleichheit. Wie und warum die helvetischen Regenten vor dem Gemeinbesitz von Korporationen kapitulierten

In den ersten Monaten seiner Regierungszeit musste das helvetische Direktorium entscheiden, was mit dem Gemeinbesitz und den Geldvermögen der Kommunen und Korporationen des Ancien Régime geschehen sollte. Als einige Gemeinden mit der Aufteilung der kollektiven Besitztümer begannen, verbot das Direktorium umgehend alle in diese Richtung zielenden Aktivitäten. Die Diskussionen des Direktoriums zeigen, wie stark die Akteure der Revolution in traditionellen Kategorien gefangen waren. Auf die Idee der Verstaatlichung bzw. Kollektivierung der Korporationsvermögen kamen sie gar nicht. Vielmehr postulierte beispielsweise Escher, die Korporationen verfügten über "ein ausschliessendes Eigenthum", weshalb "sich also nicht jeder Staatsbürger unbedingt hineindrängen könne". An den Gemeingütern stiess die Gleichheit an ihre Grenzen. Die Revolutionsregierung kapitulierte vor dem Widerspruch zwischen den Forderungen nach bürgerrechtlicher Gleichheit und Garantie des Besitzes.

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