Das schlechte Gewissen des Königs. Tradition als Grenze und Grund königlicher Herrschaftsgewalt am Beispiel der Einrichtung von permanenten Steuern im Frankreich des 14. Jahrhunderts

Mit den Worten „...pour la pitie et compassion que avons d'eulz ...“ erliess Karl V., König von Frankreich (1364-1380), seinen Untertanen auf dem Totenbett die unbeliebte Herdsteuer, die fouage. Mit diesem Akt hob der König einen Teil des Steuersystems auf, das als ausserordentliche Einnahmequelle im Einvernehmen mit den Etats généraux eingerichtet worden war und dazu gedient hatte, den Krieg gegen England zu finanzieren. In der Rückschau verzögerte er damit die Einrichtung permanenter, an den Erfordernissen des Gemeinwohls ausgerichteter Steuern, sein Verhalten entsprach jedoch der traditionellen Vorstellung, nach der eine ausserordentliche Einnahmequelle nur für die Dauer ihres Grundes zulässig erhoben werden konnte. Anhand der Einrichtung und Abschaffung solch neuer Abgaben und Steuern im Frankreich des 14. Jh. soll der Frage nachgegangen werden, wie Tradition Herrschaft begrenzte und mit welchen, ebenfalls der Tradition verhafteten Mechanismen, versucht wurde, diese Grenzen zu überwinden.

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