Ungeziefer und Wilde: Sibirien als Reiseland im 18. Jahrhundert

Durch Peter den Großen angestoßen begann das Russische Reich seinen riesigen asiatischen Landesteil Sibirien im 18. Jahrhundert wissenschaftlich zu bereisen. Vermessen wurden Flüsse, Orte, Seen, besehen wurden die fremden Völker, notiert wurden deren "Wildheiten". Während die Reisenden von Kakerlaken und Mücken gepeinigt wurden, berichten sie auch von der Schönheit Asiens und zeichnen in ihren Tagebüchern, Briefen und Reiseberichten von Faszination geprägte Bilder des Fremden. Im Referat wird ihr Weg zwischen Europa und Asien, die Grenzüberschreitung im physischen wie psychischen Raum gezeigt. Die Möglichkeit des Überschreitens der kulturellen Grenzen Europas nach Asien hin werden herausgearbeitet, denn die Weite Sibiriens befreite die Europäer von eng empfundenen europäischen Verhaltensmustern. Auf der anderen Seite wurde das asiatische Sibirien in der gleichen Zeit ein Synonym für Gefängnis, Unterdrückung, Kälte. Das Reiseland Sibirien ist folglich zwischen Europa und Asien, zwischen Ungeziefer und Wilden zu entdecken.

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