Frühes historisches Lernen – Bildungspotenzial von Geschichte in "ent-grenzten" Lernsituationen

Wirft man einen Blick in Grundschullehrpläne für den Sachunterricht, so zeigt sich, was die Verankerung historischen Lernens angeht, ein diffuses Bild: Teils spielt es nur eine marginale Rolle, teils wird es auf die dritte und vierte Klasse beschränkt, teils verschwimmen die Konturen zugunsten von integrativem "Zeitverständnis", das auch Feste und Feiern im Jahreslauf, die Jahreszeiten und die Uhrzeit umfasst. Noch vielfältiger wird der Eindruck, wenn man auch die in den letzten Jahren neu entstandenen Bildungspläne für den vorschulischen Bereich einbezieht – das Spektrum reicht hier von völligen Fehlstellen bis hin zu anspruchsvollen Vorschlägen, die sich deutlich an den konzeptionellen Überlegungen zum "eigentlichen" Geschichtsunterricht der Sekundarstufe I orientieren. Der Vortrag will dieses Spektrum ausloten, indem er in historischer und theoretischer Perspektive über die Möglichkeiten und Grenzen frühen historischen Lernens in dieser Altersstufe und unter den Bedingungen der entsprechenden Bildungsinstitutionen nachdenkt.

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