Ingolstadt oder Padua? Neue Möglichkeiten und Grenzen studentischer Mobilität im Reich des 15. Jahrhunderts

Die Universitätslandschaft im spätmittelalterlichen Reich nördlich der Alpen erfuhr im 15. Jahrhundert eine tiefgreifende Umgestaltung durch zahlreiche landesherrliche und städtische Neugründungen. Von fünf Hohen Schulen 1419 wuchs die Zahl auf 14 um 1500 existierende Lehranstalten. Damit einher gingen neue Möglichkeiten und Grenzen akademischer Mobilität. Die neugegründeten Universitäten zogen auf der einen Seite Doktoren, Magister und Studenten aus dem näheren Einzugsbereich an. Andererseits unterbanden sie traditionelle Wanderungsbewegungen zu Bildungsstätten in Italien und Frankreich. Am Beispiel der 1472 im Herzogtum Bayern-Landshut gegründeten Universität Ingolstadt wird untersucht, wie ihre Einrichtung auf die akademische Mobilität im Südosten des Reiches wirkte sowie welche konkreten Maßnahmen Landesherr und Universitätsleitung zu ihrer Förderung und Unterbindung ergriffen. Somit wird die veränderte Bedeutung akademischer Mobilität im Europa des ausgehenden Mittelalters näher beleuchtet.

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