Zum Verhältnis von Nerven-Nahrung, Gesundem Geist und Stoffwechselkonzeptionen im "Langen 18. Jahrhundert"

Morphologische Vorstellungen über Form, Bau und Innenleben von Gehirn und Nervensystem bestimmten im "langen achtzehnten Jahrhundert" weitgehend die physiologischen Annahmen über deren Tätigkeiten und Aktionen. Anhand der Stoffwechselkonzeptionen massgebender Hirnantomen und neurologisch interessierter Ärzte, wie Thomas Willis (1621-1675), Albrecht von Haller (1708-1777) oder Samuel Thomas von Soemmerring (1755-1830), geht dieser Beitrag nun der umgekehrten Fragerichtung nach, wie die physiologischen Vorstellungen von den Körperelementen, ihrem Aufbau und ihrem Austausch die Wahrnehmung von Gehirn- und Nervenstruktur selbst beeinflusst haben: Gesunde Nerven-Nahrung – so die These – war nicht allein der Garant einer Stabilisierung neuronaler Strukturen, sondern zugleich physiologischer Erklärungsversuch des komplexen Aufbaus von Hirn und Rueckenmark – so gesehen das zentrale Aperçu des 19. Jahrunderts vorwegnehmend: "Ohne Phosphor kein Gedanke!"

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