"Der Irrtum verdient keine Toleranz" – die theologischen Prämissen des Umgangs der römisch-katholischen Kirche mit den "Anderen" und "dem Anderen im Eigenen" und ihre Folgen

Unter dem anstössigen Titel "Der Irrtum verdient keine Toleranz" legt Elke Pahud de Mortanges die theologischen Prämissen, Begründungsmuster und Hintergrundtheologien frei, welche die Handlungsmaxime im Umgang der römisch-katholischen Kirche mit Abweichung im 19. Jahrhundert unterfütterten. Was nicht der von der römisch-katholischen Kirche defi¬nierten und von ihr verwalteten (Offenbarungs-) Wahrheit entsprach, hatte kein Recht auf Dasein, weshalb, so die "Logik" dieser Doktrin, die katholische Kirche sich gehalten sah, nie und nirgends Irrtümer zu tolerieren. Es wird aufzuzeigen sein, dass und wie diese Doktrin auf drei Ebenen respektive in drei konzentrischen Kreisen ihre sinnlogische Anwendung fand. Einmal in der Ausgrenzung und Massregelung von Abweichung innerhalb der katholischen Kirche (Indizierungen , Exkommunikationen); sodann im Umgang mit anderen Religionen unter dem missionarischen Fanal des "compelle intrare" und zuletzt im Umgang mit Gesellschaft und Staat durch die ebenso prononcierte wie zynische Ablehnung der Religionsfreiheit ("deliramentum").

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