Keine Alternative zum uti possidetis in Afrika?

Auch wenn das uti possidetis in den ersten Jahren nach der Gründungswelle afrikanischer Staaten ab Mitte der Fünfzigerjahre des 20. Jahrhunderts in internationalen Dokumenten namentlich nicht genannt wird, so kann man davon ausgehen, dass das Prinzip in Afrika im Zuge der Dekolonisierung seine Anwendung fand. Sowohl in der Satzung der Organization of African Unity (OAU) als auch in einer Resolution zu Grenzkonflikten wird das uti possidetis zumindest umschrieben. Doch wie kann sich in Afrika ein Prinzip durchsetzen, das in einem so hohen Masse an das verhasste koloniale Erbe anknüpft? Gibt es Alternativen, die in den ersten Jahren nach den Staatsgründungen diskutiert wurden? Diese Fragen werden das Thema des Referats sein, wobei die Dokumente der ersten beiden richtungweisenden Konferenzen der OAU in Addis Abeba (1963) und in Kairo (1964) als Grundlage dienen.

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