Uti possidetis in Kosovo und Kaukasus

Ist es zu rechtfertigen, dass in Bezug auf den Kosovo uti possidetis nicht respektiert wurde, jedoch im Falle Südossetiens und Abchasiens vom Westen darauf beharrt wird? Wo liegen juristisch relevante Unterschiede zwischen beiden Fällen? Der Beitrag analysiert die Rechtswirkungen von uti possidetis und sein Verhältnis zum Selbstbestimmungsrecht in diesen beiden Konflikten. These ist, dass beide Prinzipien in der jüngeren Vergangenheit zunehmend flexibilisiert wurden und weniger als harte Völkerrechtsnorm denn als provisorische Vorbereiter einer letztlich auszuhandelnden und individuellen territorialen Lösung dienen. Dies könnte eine Manifestation einer zunehmenden Prozeduralisierung des Völkerrechts sein.

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