Was eine russische Sozialrevolutionärin mit Wilhelm Tell gemein hat. Nationale Identität und Geschlecht in der Schweiz um 1900

Dominique Grisards Beitrag befasst sich mit Geschlechterkonstruktionen rund um den Thuner Gerichtsfall der Sozialrevolutionärin Tatjana Leontjeva. 1906 erschoss die Russin in Interlaken einen französischen Touristen in der Meinung, beim Opfer handle es sich um den russischen Innenminister. Wie sich anhand von parlamentarischen und massenmedialen Debatten zeigen lässt, trug der Fall sowohl zur Verschärfung der Einwanderungskontrollen gegenüber russischen EmigrantInnen als auch zur Konsolidierung von schweizerischen Gesellschafts- und Geschlechterverhältnissen in Abgrenzung zu den "barbarischen" Zuständen Russlands bei.

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