Geschlechtliche Sicherheitsdiskurse. Westdeutsche und österreichische Linksterrorismus-Debatten der 1970er Jahre

Irene Bandhauer-Schöffmann und Vojin Saša Vukadinović analysieren in einem gemeinsamen Vortrag die vergeschlechtlichten Diskurse über den Linksterrorismus der 1970er Jahre in der BRD sowie in Österreich und stellen dar, wie diese Kontextualisierungspraxis durch die Behörden der BRD in Gang gesetzt wurde und welche Auswirkungen diese diskursiven Verknüpfungen von Terrorismus und Feminismus hatten. Zu Beginn der 1970er Jahre wurde von Behörden, Wissenschaft und Medien in der BRD ein Diskurs etabliert, der von einer politischen Diskreditierung des Feminismus gekennzeichnet war, in dem das Phänomen des Linksterrorismus als "Exzess der Befreiung der Frau" dargestellt wurde. Dabei zeigt Vojin Saša Vukadinović auf, wie die staatliche Auseinandersetzung mit der RAF und anderen Gruppierungen zum Schauplatz antifeministischer Debatten über die politische Legitimität des Feminismus in Westdeutschland wurde. Irene Bandhauer-Schöffmann untersucht demgegenüber anhand der Entführung des österreichischen Industriellen Walter Palmers (9. November 1977) durch Mitglieder der "Bewegung 2. Juni", wie Sicherheitsdiskurse über Terroristinnen, die zum Zeitpunkt der Palmers-Entführung auch in der medialen Öffentlichkeit Österreichs fest etabliert waren, nationalistisch erweitert wurden.

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