"Grenzstadt Basel": Zum Wandel der Bedeutung der Staatsbürgerschaft im Ersten Weltkrieg

Um 1900 hatten fast 40% der Basler Einwohnerschaft nicht die Schweizer Staatsangehörigkeit. Die Basler Behörden versuchten diesem "Übel" abzuhelfen, indem sie länger ansässige Ausländer zur Einbürgerung aufforderten und die Einbürgerungsgebühren drastisch senkten – mit mässigem Erfolg. Offensichtlich war ein Wechsel der Staatsbürgerschaft für Personen aus den sogenannt traditionellen Einwanderungsländern Deutschland, Frankreich und Italien wenig attraktiv bzw. die nationalen Grenzen weniger unüberwindlich als andere Ausgrenzungsmechanismen, etwa soziale oder kulturelle. Durch den Ersten Weltkrieg änderte sich diese Situation: Die bisher eher "imaginären Grenzen" wurden zu "realen Grenzen", die Bewegungs- und Niederlassungsfreiheit von "Fremden" wurde drastisch eingeschränkt. Die kriegführenden Länder veranlassten zunächst ihre wehrpflichtigen Männer zurückzukehren, die Familien folgten mehrheitlich nach. Ab 1917 regelte dann die Schweiz die Einreise und den Aufenthalt von AusländerInnen erstmals auf Bundesebene - und zwar restriktiv. Der Beitrag fragt nach der politischen, sozialen und geschlechtsspezifischen Bedeutung dieser neuen Grenzziehung für die Stadt Basel.

ReferentIn(en)