"Man muss eben reden miteinander." Kommunikation und Beziehungspflege in einem ländlichen Raum in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts

Das lebensgeschichtliche Interview mit Dora B. ermöglicht es auszuloten, wie Frauen im ländlichen Raum eine spezifische sorgende Praktik gestalteten, nutzten und verstanden: das Reden. Drei Erzählpassagen von Dora B. geben Einblick, wie sie redete, das Gespräch suchte bei den Alkoholproblemen des Vaters und des Bruders oder wie sie vom Gespräch weg zum Handeln kam in einem Konflikt mit dem Ehemann um das Haushaltungsgeld.

Unter ‚Miteinander-Reden’ verstand Dora B. nicht das analysierende und zielgerichtete Gespräch. Es stand dafür, ihre Handlungsräume aktiv zu nutzen und Beziehungen mitzugestalten. Ihr Reden war darauf ausgerichtet, Konflikte zu entschärfen, Spannungen abzubauen und Zusammensein zu ermöglichen.

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