Konfrontieren, reflektieren, Grenzen setzen: Umbruch in der Schweizer Berufskrankenpflege von 1970 bis 1990

In Wechselbeziehung mit der humanistischen Psychologie, mit feministischer Kritik, mit Pflegetheorien und -konzepten vollzog die Berufspflege einen fundamentalen Wandel. Er mündete in die Neuen Ausbildungsbestimmungen des Schweizerischen Roten Kreuzes von 1992, die Gesundheits- und Krankenpflege mit fünf Funktionen auf zwei Diplomniveaus ordneten. Die Pflege entwickelte sich zu einem Gesundheitsberuf mit einem eigenen, transdisziplinären Wissenskorpus. Anhand von Quellen der Krankenpflegeschule Zürich verfolgt dieser Beitrag, wie der Umbruch die Grundausbildung veränderte: Lehrpersonen konzipierten Berufsbildung als Begleitung im selbstverantwortlichen Lernen. Das zu erlangende pflegerische Wissen unterschied "Sozial-" und "Selbstkompetenzen" der Berufsperson von den "Fachkompetenzen". In diesem Denkmuster, so die diskutierte These, sind Elemente fortschreitender Professionalisierung ebenso wie Beharrungskräfte des ‚Schwesterntums’ auszumachen.

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