Arbeitspersönlichkeiten auf dem Prüfstand: Eignungsabklärungen in der Berufsberatung (1900–1945)

Der Beitrag untersucht Praktiken der Persönlichkeitsfeststellung und Vorstellungen von Arbeitspersönlichkeit in der frühen Berufsberatung. Seit dem späten 19. Jahrhundert entstanden in der Schweiz Infrastrukturen der Berufsberatung, die im Schnittfeld von Branchenpolitik, Jugendfürsorge sowie einer intensivierten sozialpolitischen und sozialwissenschaftlichen Beschäftigung mit der Allokation von Arbeit standen. Die Berufsberatung brachte neue Formen individuellen Ratschlags mit sich, die bei der Wahl von Berufslaufbahnen und der Beurteilung von Arbeitsfähigkeiten helfen sollten. Die Evaluation von Arbeitspersönlichkeiten bildete einen wichtigen Bestandteil dieser Beratungspraxis, die zwar die Einzelnen ansprach, immer aber auch die Arbeitsgesellschaft als Ganzes anzielte. Der Beitrag fragt danach, welche Instrumente und Praktiken der Feststellung der persönlichen Arbeitseignung eingesetzt wurden, welche Persönlichkeitsvorstellungen damit verbunden waren und welche Effekte diese Werkzeuge der Einpassung in die Arbeitswelt hatten.

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