Zum Zwecke der Unverletzlichkeit seines Gebietes… Entstehung und Implementierung der österreichischen Neutralität (1955)

Die Neutralität war ein zentraler Angelpunkt rund um den Abschluss des Staatsvertrages von 1955, mit dem Österreich seine volle Souveränität wieder erlangte. In Österreich Ende der 1940er Jahre und bis 1955 von den Großparteien und dem Großteil der Bevölkerung abgelehnt oder zumindest kritisch betrachtet, brachte 1955 das österreichische Angebot einer Neutralität nach Schweizer Vorbild letztlich den Durchbruch in den Verhandlungen. Und dennoch fand sie im Vertrag keine Erwähnung. Heute ist die Neutralität starker Bestandteil der österreichischen Identität. Im Vortrag soll die Entstehung, Idee und Umsetzung der österreichischen Neutralität vor allem im Hinblick auf die Auswirkungen auf die österreichische Sicherheits- und Verteidigungspolitik skizziert und analysiert werden. Ein Bezug zur regelmäßig aufflammenden Neutralitätsdebatte soll dabei hergestellt werden. Besondere Betrachtung findet vor allem die Auswirkung auf den österreichischen Grenzraum als einer der Kristallisationsräume der Neutralität, heißt es doch im Neutralitätsgesetz: "…zum Zwecke der Unverletzlichkeit seines Gebietes".

Fragestellung: Welcher Grundgedanke stand hinter der österreichischen Form der Neutralität und welche Rolle spielte diese in der Anfangsphase der österreichischen Sicherheits- und Verteidigungspolitik vor allem im Bezug auf den österreichischen Grenzraum?

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