Neutralitätswacht. Der österreichische Luftraum als sicherheitspolitischer Grenzraum (1955 – 1970)

Mit dem Ankauf der ersten österreichischen Kampfflugzeuge und den Geschehnissen rund um die sogenannte Libanonkrise im Jahr 1958 kam in Österreich erstmals der Begriff der "Neutralitätswacht" im Luftraum auf. Mit den vorhandenen Mitteln war diese real kaum verwirklichbar, jedoch manifestierten sich dadurch eine lang anhaltende Diskussion sowie mehrere theoretische Versuche einer sicherheitspolitischen Umsetzung. Der vorliegende Vortrag fokussierte diese Ansätze und Diskussionen, die letztlich mit der ČSSR-Krise im Jahr 1968 ihre erste praktische Umsetzung erfuhren, als es galt, den grenznahen österreichischen Luftraum zu überwachen und zu schützen. Der Umstand, dass gerade Verletzungen des österreichischen Luftraumes durch Luftfahrzeuge des Warschauer Paktes zu einem Sinnbild einer offensichtlichen Bedrohung wurden, verdeutlicht das Scheitern all dieser Konzepte und letztlich die Integration des Luftraumes in die Neutralitätspolitik. Diese Erkenntnis, die im vorliegenden Vortrag, gestützt auf Primärquellen, einer genauen Analyse unterzogen werden soll, bestimmte die weitere sicherheitspolitische Entwicklung des österreichischen Luftraumes bis in die frühen 1990er Jahre. Die Fragestellungen des Vortrages sind: wie wurde der österreichische Luftraum in die österreichische Sicherheits- und Verteidigungspolitik der 1950er und 1960er Jahre integriert? Welche Rolle spielte dabei der Schutz der Neutralität im Luftraum? Welche Veränderung erfuhr die österreichische Neutralität durch die Entwicklungen im Luftraum?

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