Sozialpolitik auf menschenrechtlichem Fundament - Die ILO und die Erklärung von Philadelphia 1944

Die International Labour Organization (ILO) kann als globaler Seismograph sozialpolitischer Trends gelten. In diesem Sinne kam auch der auf der Konferenz von Philadelphia von 1944 von den Mitgliedern der ILO getroffenen Entscheidung, die Arbeit der Organisation künftig auf eine menschenrechtliche Basis zu stellen, eine richtungsweisende Funktion zu. Die Erklärung von Philadelphia und das Postulat eines auf allgemeinen sozialen Rechten fußenden, aller Politik übergeordneten Sozialziels stellte dabei ebenso einen Indikator für das gewandelte Verständnis von der Rolle des Staates dar wie es einen ideellen Sockel für die reale Ausgestaltung wohlfahrtsstaatlicher Politik in der Nachkriegszeit bieten sollte. Im paper sollen hiervon ausgehend aus ideen- und diplomatiegeschichtlicher Perspektive Hintergründe, historischer Kontext und Folgen der diskursiven Wende von Philadelphia analysiert werden.

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