Schweizerische Bahninfrastruktur- und Bahnverkehrspolitik im europäischen Kontext

Dank dem "European Train Control System" (ETCS) können die Züge heute auch in der Schweiz mit Geschwindigkeiten von 200 Stundenkilometern verkehren – mindestens auf einigen Streckenabschnitten. Dabei fährt das Zugpersonal auf "elektrische Sicht" und ohne ortsfeste Aussensignale. Die Schweizerischen Bundesbahnen waren mit der Inbetriebsetzung von ETCS "Level 2" Pioniere, und ihre Erfahrungen werden für den Einsatz dieses interoperablen Systems auf Schnellfahrt- wie auch auf Regionalstrecken in ganz Europa ausgewertet. Die Zugstrecken auf der ETCS-Projektkarte entsprechen teilweise auch den grenzüberschreitenden Bahnachsen innerhalb des transeuropäischen Verkehrsnetzwerks, das die Europäische Union zur Vervollkommnung des gemeinsamen Marktes auf- und ausbauen will und dessen Wurzeln bis in die unmittelbare Nachkriegszeit zurückreichen. Das "European Train Control System" reaktiviert damit zwei markante Visionen der jüngeren Vergangenheit: einerseits die Rolle der Bahn als eine infrastrukturelle und politische Einheit stiftende Netzstruktur – "Networking Europe" – und anderseits die Weiterentwicklung der

Bahn zu einem kybernetischen System.

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