Abhängigkeit wider Willen oder Drang zum Westen? Die einseitigen Rüstungsbeschaffungen und -Lieferungen der Schweiz im Kalten Krieg

Während dem Zweiten Weltkrieg war die Schweiz ihrer Neutralität und Isolierung wegen gezwungen, sich grösstenteils selbst mit Rüstungsgütern zu versorgen. Um nach dem Krieg die bewaffnete Neutralität – welche nach dem Glauben eines grossen Teils der Bevölkerung und Regierung das Land verschont hatte – aufrecht zu erhalten, wollte sie sich so autark wie möglich bewaffnen. Technologisch war die Eidgenossenschaft jedoch nicht auf dem Stand der Alliierten und musste deswegen moderne Rüstungsgüter aus dem Ausland beziehen. Zu Beginn des Kalten Krieges waren einzig die Briten, welche in Bereichen wie der Düsentechnologie führend waren, bereit der Schweiz ihre neuesten Errungenschaften zu liefern. Grossbritannien wurde dadurch zum Hauptlieferanten der Schweiz für Kampfflugzeuge und andere schwere Rüstungsgüter. Zu Beginn der 50er Jahre wurden auch die Amerikaner bereit der Schweiz Kriegsmaterial zu liefern, doch die Eidgenossenschaft entschied sich zuerst weiterhin für englische und dann französische Lieferungen. Als dann auch der Ostblock der Schweiz Waffen anbot, lehnte die Schweiz dies ab, denn sie sah sich militärisch, wirtschaftlich, moralisch und politisch auf der Seite des Westens. Auch der Waffenexport war einseitig auf die westlichen Staaten und deren Alliierten ausgerichtet. Die Schweiz grenzte sich dementsprechend in der Frage von Rüstungsgütern vom Osten ab.

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