"Ni roce ni mistura" – Weder Reibung noch Vermischung. Isolationsanspruch und Raumkontrolle in der maritimen Quarantäne

Die Institution der maritimen Quarantäne orientierte sich an bereits gegebenen Grenzen und schuf in ihrem Herrschaftsbereich zugleich neue spezifische Abgrenzungen und Zuweisungen. Sie war Grenzinstitution zwischen Meer und Land, häufig eine Staatsgrenze, die verdächtige Herkünfte in der Fremde konstituierte. Den inneren Quarantäneraum selbst definierte sie mit der Grenze des absoluten Kontakt- und Bewegungsverbots. Dieser war mit einem ausgeklügelten, vor allem visuellen Aktions- und Kommunikationssystem ausgestattet. Diese inneren Grenzziehungen möchte ich am konkreten Beispiel Lissabons und Cádiz’ nachzeichnen. Dabei interessiert, inwieweit das simple Seuchenkoordinatensystem und die komplizierten einzelnen Massnahmen den sanitären Grenzen den Schein der Undurchdringlichkeit und kompakten Machtfülle verleihen konnten und zugleich als Mechanismen der Beruhigung fungierten.

ReferentIn(en)