Die Diskussion über die grenzsanitarischen Kontrollen bei der Einwanderung italienischer Arbeitskräfte in die Schweiz (1960er Jahre)

Eine umfassende historische Analyse des Eidg. Gesundheitsamtes und der grenzsanitarischen Kontrollen für die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg steht noch aus. Während den 1960er Jahren war das Gesundheitsamt ein beharrendes, konservatives Element im Verwaltungsapparat des Bundes. Der Überlastung des Grenzsanitätsdienstes infolge der Masseneinwanderung, dem Druck Italiens und Spaniens und verwaltungsinternem Widerspruch setzte das Amt seine medizinischen Argumente entgegen, um möglichst strikte Kontrollen beizubehalten. Diese sind als Teil eines umfassenderen Konzepts zu betrachten, welches auch die Überfremdungsdebatte mit einbezog. Das Gesundheitsamt sah sich durch starke innenpolitische Kräfte in seinem Beharrungsvermögen bestätigt.

Damit die Schweiz ihre Position in den bilateralen Verhandlungen mit Italien verbessern konnte, wegen veränderten medizinischen Voraussetzungen und Druck von anderen Bundesstellen musste das Gesundheitsamt im Untersuchungszeitraum schliesslich Konzessionen machen.

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