Cut. Zur Programmierung des Fernsehens beim Schneiden, 1950-1985

Für Studiotechniker und Cutterinnen wurde das Setzen von Schnitten in Filmen und Magnetbändern schnell Routine. Aber ob gehobelt, gefräst, gespalten, gekittet, geklebt, überblendet, kopiert oder gelöscht wurde: Verfahren zur Aufzeichnung von Bildern waren im Live-Medium Fernsehen ein Paradox. Dennoch oder vielleicht gerade deswegen galt die magnetische Aufzeichnung den Fernsehanstalten seit den 1950er-Jahren als die natürliche Produktionstechnik des Rundfunks. Vor allem der Welt ausserhalb der Studios näherte sich das Fernsehen in den folgenden Jahrzehnten zunehmend aufzeichnend und schneidend.

Das Setzen von Schnitten war dabei immer nur als ein Teilbereich einer Programmierung des Fernsehens zu definieren. Nicht zuletzt an und vor den Fernsehgeräten wurde das Programm gestaltet. Die Grenzen zwischen Produktion und Konsum liessen sich per Schnitt nicht setzen. Welcher Spielraum blieb dann beim Schneiden, welche Räume konnte sich das Fernsehen anhand von Schnitttechniken erschliessen?

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