Grenzverschachtelungen - Jüdische Räume im Mittelalter

Jüdisches Leben in den mittelalterlichen Städten war ein Leben unter Christen. Die Vorstellung von separaten und homogenen jüdischen städtischen Räumen gehört in das Reich der Wissenschaftslegenden. Und dennoch wurden jüdische Räume in der mittelalterlichen Stadt ständig neu geschaffen, wurden Zeichen jüdischer Präsenz gesetzt. Das semiotische Spiel der Zeichen war ein Ringen um die visuelle Präsenz und Abgrenzung zwischen jüdischer Minderheiten- und christlicher Mehrheitskultur. Grenzen wurden definiert, verschoben und überschritten - verschachtelten sich.

Der historische Blick auf die Semiotik im städtischen Raum eröffnet eine Historiographie hinter und über den Text hinaus und transformiert Formen der historischen Wahrnehmung und Erkenntnis.

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