Der vermessene Raum in seiner zeitlichen Dynamik

Unser Lebensraum ist permanent Veränderungen unterworfen, alles ist relativ. Seit der Gründung des Bureau topographique fédéral in Genf von 1838 und der damit verbundenen Institutionalisierung der Landesvermessung als Staatsaufgabe unter Guillaume-Henri Dufour wird die Schweiz periodisch vermessen und kartiert. In dieser Zeitspanne hat sich eine grosse Zahl von Karten, terrestrische Fotos und Flugbilder akkumuliert, die in ihrer Gesamtheit als Teil eines nationalen Landschaftsgedächtnisses der Schweiz betrachtet werden kann. Anhand dieser Dokumente aus den historischen Beständen des Bundesamtes für Landestopografie swisstopo können frühere Landschaftszustände rekonstruiert werden, und es sind Aussagen über Veränderungen der Umwelt (Vergletscherung, Veränderungen der Vegetation und der Siedlungsstruktur, Höhenänderungen von Berggipfeln, Veränderungen im Verlauf der Landesgrenze) möglich. Das Referat vermittelt einen Überblick über die Geschichte der einzelnen Landeskartenwerke samt ihrer Grundlagen und zeigt anhand exemplarischer Beispiele den Wert dieses nationalen Kulturgutes für historische Fragestellungen auf.

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