"Veränderung" und "Veränderbarkeit". Geschichte als Lebens- und Handlungswissenschaft

Die Aversionen, die viele Schülerinnen und Schüler gegen das Fach Geschichte hegen, resultieren nicht zuletzt aus einem falschen Verständnis davon, was Geschichte und Historie im Leben eines Menschen zu leisten vermögen. Geschichte ist keine "Registrierkasse für Vergangenes", wie das Klaus Bergmann einmal treffend formuliert hat. Sie hat etwas mit unserem Leben zu tun. Der Vortrag will u. a. auf diesen lebensweltlichen Aspekt unserer Befassung mit Geschichte und Historie abheben. Ziel ist es – gerade im Hinblick auf das frühe historische Lernen – darauf hinzuweisen, dass die Auseinandersetzung mit Geschichte nicht nur die Aufgabe hat, buchhalterisch Veränderung (Historizität) zu konstatieren, sondern auch auf die grundsätzliche Gewordenheit und damit auf die Veränderbarkeit (Reversibilität) historisch gewachsener Verhältnisse hinzuweisen. Insofern ist Geschichte nicht nur Gegenwarts-, sondern auch Handlungswissenschaft. Geschichte kann uns nicht gleichgültig sein, denn was unter Menschen einmal möglich war, impliziert doch die Einsicht in das, was wieder einmal möglich sein könnte.

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