Edieren ohne gesetzliche Grundlage? – Die Quelleneditionsstrategie des Staatsarchivs Zürich

Gleich wie die meisten öffentlichen Archive hat das Staatsarchiv des Kantons Zürich keinen gesetzlichen Auftrag zur Edition seiner Quellen. Trotzdem verfolgt es zurzeit mehrere Editionsprojekte unterschiedlicher Art; es hat dafür per Anfang 2009 sogar eine eigene Abteilung geschaffen.

Eine der in den kommenden Jahren zu diskutierenden Leitfragen heisst aus der Sicht des Staatsarchivs Zürich: Besteht der Kernauftrag der Archive auch im 21. Jahrhundert darin, Findmittel möglichst breit (und online) zu streuen und Originale nur bis in den Lesesaal zu tragen? Oder sollten die öffentlichen Archive immer mehr dazu kommen, ihre zentralen Serien ebenfalls bis auf die Bildschirme des Publikums zu bringen? – Antworten auf diese Frage gibt es nur, wenn man herausfindet, wie das Publikum, Fachhistoriker/innen und Laien, auf ein Online-Angebot an primären Quellen reagiert. Und deshalb sind die Archive gehalten, entsprechende Projekte zu lancieren – und diese mit Drittmitteln zu finanzieren.

Dass es die Archive selbst sind, die, wenn überhaupt, ein Online-Angebot an Primärquellen aufbauen sollten, steht aus der Sicht vieler öffentlicher Archive fest. Nur so kann gewährleistet werden, dass digital aufbereitete Quellen nachhaltig gepflegt werden und sich nicht immer mehr (gut gemeinte) Ableger bilden im Internet, die früher oder später veralten oder verkümmern.

Im Rahmen des Beitrags werden die Editionsprojekte des Staatsarchivs Zürich vorgestellt und genannten Fragen zur Debatte gestellt.

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