Von der digitalen Quellenedition zur digitalen Quellenkritik

"Es fragt sich, ob dieses Material wirklich das ist, wofür es gehalten wird oder gehalten werden will; darauf antwortet die Kritik der Aechtheit." So formulierte Droysen in seinem Grundriss der Historik einen der Grundsätze der modernen Quellenkritik. Mit der zunehmenden Verbreitung digitaler Quelleneditionen stellt sich die Frage, ob und wie die bisherigen Prinzipien der Quellenkritik den neuen Rahmenbedingungen angepasst werden müssen. Was heisst "echt" im Kontext digitaler Medien, die keine Unterscheidung mehr von Original und Kopie mehr kennen? Und wie lässt sich unter dieser Prämise Droysens Frage, "ob dies Material noch unverändert das ist, was es war und sein wollte" beantworten? Braucht es eine neue Quellenkritik des Digitalen und wenn ja, wer stellt die entsprechenden Fragen: die Historiker, die Archivare oder gar die Informatiker?

ReferentIn(en)