"An seinen Grenzen brechen sich die über alle Lande strömenden Wogen menschlicher Kultur": Zur politischen Ökologie des Nationalparks

1918 beschrieb der renommierte Botaniker und Mitbegründer des Schweizerischen Nationalparks Carl Schröter diesen Park als "eine Stätte, wo jegliche Einwirkung des Menschen für alle Zeiten ausgeschaltet ist, wo alpine Urnatur sich ungestört wiederherstellen und weiterentwickeln kann und wird. (…). An seinen Grenzen brechen sich die über alle Lande strömenden Wogen menschlicher Kultur (…): er ist aus der ‚Ökumene‘, aus der Besiedlungssphäre ausgeschaltet." Mit einem sauberen Schnitt sollte die Natur des Nationalparks aus der menschlichen Kultur herausgetrennt und ihrer "freien natürlichen Entwicklung überlassen" werden. Diese Bestrebungen waren aber unweigerlich gesellschaftlich imprägniert. Gesellschaft und Kultur wurden programmatisch ausgeschlossen und blieben doch omnipräsent.

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