Ausgrenzung

Das Referat nimmt seinen Ausgang bei der Vorstellung von durch den Faschismus einigermaßen konstruiert in die Köpfe der Italienerinnen und Italiener gesetzter Grenzen, die mit und nach Mussolinis Griff nach der Macht in politisch und kulturell relevanten Abgrenzungsaktionen durchgedrückt wurden. Diese Umsetzung erfolgte zum einen durch die Ausgrenzung politischer Gegner auf dem mehr oder weniger kontrollierten Weg des Einsatzes von handfest agierenden Schlägertrupps ("squadre"), eine Vorgehensweise, die in der Folge mit der Schaffung des "Tribunale speciale per la difesa dello Stato" institutionalisiert wurde und nebst den "normalen" Repressionsmaßnahmen etwa auf dem Weg über die Konfinierung einen eigenen Kosmos der Ausgrenzung kreierte. Zum andern wurden in der Spätphase des Faschismus vor allem in Bezug auf Jüdinnen und Juden Gegner der "razza italica" statuiert und im Zuge einer nur am Rand vom Nationalsozialismus inspirierten Rassenlehre ausgegrenzt. Deren Realisierung erfolgte anläßlich des Quantensprungs der Rassengesetzgebung von 1938, die durch eine als konsequent intendierte regelrechte Apartheid-Politik in den Kolonien vorbereitet worden war.

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