Auf der Fleischbank

Spätestens nach den Burgunderkriegen waren Schweizer Söldner in Europa hochbegehrt. Pensionen fremder Fürsten und Einkünfte aus dem Solddienst waren für die eidgenössischen Obrigkeiten zentrale Einkommensquellen. Wie stand aber der einfache Söldner dazu, der sein Leben auf fremden Schlachtfeldern riskierte? Was brachte ihn dazu, in fremde Dienste zu treten, und was sprang dabei für ihn heraus? Anhand von Innerschweizer Quellen soll versucht werden, möglichst nahe an den frühneuzeitlichen Reisläufer und seine Sorgen und Hoffnungen heranzukommen. Dabei zeigt sich eine Konstante: Wenn sich aus den Kreisen der Söldner Widerstand regte, wurde schnell zur Aussage gegriffen, dass man (d.h. Hauptleute oder die Obrigkeit) sie auf der Fleischbank, dem Arbeitstisch des Metzgers, verkauft habe. In dieser Metapher schwingt neben dem Verkauf von menschlichen Körpern im wörtlichen Sinn auch die Bedeutung von Verrat und Betrug mit. Ich möchte untersuchen, unter welchen Bedingungen im 16. und frühen 17. Jahrhundert dieser "Handel mit Menschen" stattfand und wie verschiedene Seiten darüber sprachen.

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