Die Welt im Kleinen in der Interzone des Hafenviertels. Chinesische Seeleute und Migranten und ihre Wahrnehmung in Hamburg und Rotterdam 1900-1950

Seit den 1890er Jahren beschäftigten europäische Reedereien Tausende von chinesischen Seeleuten als Heizer auf ihren Dampfschiffen. Viele chinesischen Seeleute gelangten deshalb in die großen bedeutenden westeuropäischen Hafenstädte und ließen sich aufgrund wirtschaftlicher Chancen meist zeitlich befristet nieder. Chinesische Seeleute und Migranten konzentrierten sich in den international geprägten Hafenvierteln stark im urbanen Raum, weshalb die Einheimischen alsbald von "Chinesenvierteln" sprachen. Chinesische Figuren und Chinesenviertel fanden wegen der hohen symbolischen Aufladung schnell Eingang in die populäre Kultur, wodurch das Bild der "fremden Gäste" maßgeblich beeinflusst wurde.

Wie reagierten die lokale Bevölkerung und die Behörden auf die Anwesenheit der visuell auffälligen Migranten? Löste die Anwesenheit chinesischer Migranten in der Interzone des Hafenviertels eine Abwehr aus oder existierte auch eine positive Sicht auf eine kulturelle Vermischung? Anhand der lokalen Beispiele Hamburg und Rotterdam und ihrer Hafenviertel St. Pauli und Katendrecht sollen diese und weitere Fragen untersucht und die Kategorie der Interzone diskutiert werden.

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