Aufstieg und Niedergang des Bundesamtes für Aussenwirtschaft

Mit dem Bundesamt für Aussenwirtschaft (BAWI) verfügte die Schweiz während Jahrzehnten über eine Verwaltungseinheit, die in der Konzeption und Umsetzung der Aussen- und Wirtschaftspolitik eine führende Rolle übernehmen konnte. Die schweizerischen Handelsdiplomaten waren international hochgradig vernetzt und waren dank ihrer starken Stellung im GATT und der EFTA in der Lage, die drohenden Nachteile eines Abseitsstehens in Europa laufend auszugleichen. Wie sehr diese Fähigkeit für die schweizerische Europapolitik von Bedeutung war, zeigte sich nach dem Untergang des BAWI in den 1990er Jahren: Die schweizerische Aussen- und Wirtschaftspolitik leidet seither an einer strukturellen Führungsschwäche, die weder von einer institutionell schwachen Landesregierung noch von einem nur wenig fokussierten Aussenministerium ausgeglichen werden kann. Dies ist mit ein Grund dafür, weshalb die Schweiz in den letzten 20 Jahren auf europäischer Ebene einen dramatischen Bedeutungsverlust hinnehmen musste und seither mit ihren europäischen Partnern kaum noch auf gleicher Augenhöhe verhandeln kann.

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